Corona Chaos zum Lachen

Ich würde so gerne einmal sammeln, was so überall in Coronazeiten passiert, was niemand mitbekommt. Leider erzählen die meisten nichts von all den peinlichen oder verpassten Momenten, die wir eigentlich so gerne hören und sehen würden.

Wir haben in den vergangenen 24 Stunden ein paar so witzige Patzer zu vermelden, dass diese jetzt zu Papier gebracht werden müssen.

Dass unsere Katzen grundsätzlich bei Videokonferenzen auf die Tastatur steigen und damit ganze Klassen und im besten Falle auch Lehrer zum Lachen bringen, sei nur einmal am Rande bemerkt.

Lustiger wird es aber immer dann, wenn er/sie/es nicht merkt, dass das Mikro an ist oder die Kamera und Dinge passieren, die nicht passieren sollten. In der Klasse meiner kleineren Tochter (6.Klasse) war gestern der Unterricht in vollem Gange, als man auf einmal sehr laute Musik hörte und ein Kind dazu sang. Dummerweise war es nicht der Musikunterricht, sonder eine gelangweilte Schülerin, die auf Durchzug geschaltet hatte und parallel auf dem Handy TicToc Videos schaute. Die Klasse freute sich, die Lehrerin nahm es überraschend gelassen.

Mein Mann liegt derzeit mit einer unschönen Viruserkrankung flach und kämpft sich dennoch tapfer 12 Stunden am Tag durch Managementkonferenzen, die meiste Zeit mit Videoschalte, manchmal auch ohne, wenn er mal längere Zeit NUR zuhören muss. Gestern war Vorstandsmeeting in Paris, was man sich in etwa so vorstellen darf, dass etliche wichtige Menschen in einem grossen Raum sitzen und über grosse Monitore diejenigen sehen, die zugeschaltet sind. Meinem Mann ging es mittags gar nicht gut, also legte er sich aufs Bett und schloss kurz die Augen (was in 18 gemeinsamen Jahren glaube ich genau 2 Mal vorgekommen ist) und vergass die Bildübertragung auszuschalten. Also liefen die Bilder aus unserem Schlafzimmer schön live nach Paris. Die hastig geschriebene Email einer Kollegin wies ihn daraufhin, dass er gerade Live übertragen wurde. Beim Abendessen haben wir so gelacht wie lange nicht mehr, was für ein wunderbares Bild mitten in dieser perfekten Management Welt. Selbst mein Mann musste lachen und der achtet sonst so sehr auf Disziplin und Perfektion, dass er mir schon manchmal unheimlich ist.

Ebenso lustig gestern war die Whats app einer Freundin, die mir schrieb, dass ihre schönsten Momente gerade die sind, wenn sie alleine im Auto sitzt und einen Café trinkt. Zu Hause findet sie kaum Ruhe daher liebt sie – so wie wir alle- ihr Auto. Privates Wohnzimmer vieler Menschen in Corona Zeiten, warm, gemütlich, mit Musik. Einfach Top!

Während sie mir noch schrieb, dass sie jetzt heimgehen würde, da sie wüsste, dass die Kinder gerade online Unterricht hätten und ihr Mann im Büro sei und sie eine echte Chance auf Zeit für ihren Job hätte, kam schon die nächste Whats App hinterher. Alles hatte sich in Sekundenschnelle bei ihr geändert, ihr Mann war doch da, die Kinder hatten keinen Unterricht und stritten sich stattdessen – das übliche eben. Keine Planbarkeit.

Ich schrieb ihr ein paar beruhigende Worte, während ich über meinen eigenen Tag nachdachte. Morgens hatte ich es zumindest geschafft ein Webinar bis zum Ende zu hören, dann kochte ich ewig, dafür, dass das ganze Essen nur ca. 6 Minuten dauerte und die Kinder danach lautstark stritten, wer mit Küchendienst dran sei und ich entnervt aufgab und selber aufräumte. Kurz darauf durfte ich Corona Test Proben meines Mannes durch die halbe Stadt zum Labor fahren, weil er beim Arzt zu spät gekommen war und das Ergebnis brauchte, damit man ihn heute überhaupt über Frankreichs Grenzen hineinlassen würde. Als ich das geschafft hatte, schrieb mir meine immer noch im Pyjama dahinlebende grosse Tochter , sie brauche einen Snack. Wir dealten, dass sie erst an die Luft müsse und dann etwas bekommen würde (Snack heisst bei ihr es muss was Süsses sein)..Raus wollte sie auf keinen Fall, räumte aber zumindest die Spülmaschine aus.

An der Tanke fiel ich über eine Tüte gebrannte Mandeln, die mich sehr anlockten und ich beschloss sie ihr und mir mitzubringen. Ich fuhr also nach Hause, stolperte über den Müllsack an der Treppe, den seit 11 Uhr morgens niemand einfach mal zur Tonne gebracht hatte (obwohl natürliche etliche Familienmitglieder an ihm vorbeigekommen waren), ärgerte mich sehr und betrat unser Haus. Alles schien friedlich, ich gab V. die Mandeln, wusch meine Hände und im nächsten Moment brannte die Mikrowelle. Etliche Löschversuche später klärten wir, dass Papiertüten nicht in eine Mikrowelle gehörten und mein Kontingent für diesen Tag aufgebraucht war.

die verbrannten Reste der Mandeltüte

Ich machte das, was Männer in so einem Fall gerne machten. Ich holte mir eine Flasche Bier, stellte den Fernseher an und ignorierte das Chaos um mich herum. Wunderbar. So darf es ab jetzt immer sein.

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