Ein bisschen schlimmer gehts immer…

Mein Hang zu Krankenhäusern und Notaufnahmen scheint tief in mir verwurzelt zu sein und so hat es mir diese Woche offenbar nicht gereicht nur einmal ins Krankenhaus zu gehen, nein es musste ein zweites Mal sein: Gestern Morgen wollte ich mir gerade einen Café machen, als ich – warum auch immer – beschloss, erst noch den Müll rauszubringen und -warum auch immer – dabei den Mund leicht geöffnet hatte. Ein noch unwahrscheinlicherer Zufall liess just in diesem offenen Mund-Moment eine Wespe in diese Richtung fliegen, die vor lauter Schreck über meinen Mund direkt zustach. Positiv wie ich war dachte ich noch, ok, blöd gelaufen, ein Eiswürfel wird helfen, aber als die Zunge innerhalb von 5 Minuten auf monströse Grösse angeschwollen war, schien mir ein Krankenhaus doch die bessere Option zu sein. Das UKE hätte ich nach Montag nicht mehr angesteuert, also wählte ich das AK Altona und bekam die Art Vorzugsbehandlung, die meine Schwester am Montag leider nicht erleben durfte.

Kaum hatte ich den Wagen vor der Notaufnahme geparkt und unter der Maske genuschelt „Weschppenschtich in Sunge“ wurde ich auch schon in ein Nebenzimmer geschleppt und 3 Sekunden später hatte ich einen Zugang, durch den Cortison und Antihistaminika flossen. Parallel wurde mir Eis in den Mund gesteckt und um die Situation noch ein wenig schwieriger zu gestalten, fragte mich die freundliche Schwester, ob ich jetzt bereit sei mit ihr den Corona Fragebogen auszufüllen. Was im UKE gar nicht stattfand, wurde hier trotz Monsterzunge und Eis im Mund durchgezogen. Ich beantwortete brav per Kopfnicken- und Schütteln alle Fragen und versöhnte mich mit Hamburgs Krankenhäusern und der Corona Situation. So kann es also auch gehen. Der Rest dürfte für Sie nicht mehr interessant sein. Ich wurde in ein ruhiges Zimmer geschoben, an einen Tropf gelegt, mein Herz, Blutdruck und sonstiges wurden lange überwacht. Dank Medikamentencoctail schlief ich selig und irgendwann war die Zunge fast wieder normal.

sieht gemütlicher aus, als es war, aber immerhin durfte ich liegen und farblich passte ich gut in den Raum

Um 13 Uhr 20 stand ich – 4 1/2 Stunden nach Wespencarambolage- wieder vor meiner Haustür, 5 Minuten später kamen die Kinder nach Hause und fragten, was es zu Essen gäbe. So ist es das Mutterleben.

Ps. Bin dann aber dank zu vieler Medikamente doch wieder auf dem Sofa eingeschlafen und meine grosswerdenden Töchter haben sich wahrscheinlich noch gefreut, dass ich diesen einen Tag mal nicht ihren Handykonsum überwacht habe. Beim Müllrausbringen schliesse ich jetzt immer den Mund. Irgendwie muss man ja aus so einer Situation auch lernen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.