Hilfe!!!Ich leide an Gehirnverlust….

Heute vor 8 Wochen war ich noch ein anderer Mensch; ich will nicht unbedingt behaupten, dass ich intelligenter oder viel klüger war, aber in jedem Fall war ich Herr meiner Sinne. Dann kam dieses Corona Ding und von Woche zu Woche passierten mehr seltsame Dinge. Ich verlege viel und finde es nicht mehr, obwohl ich das Haus kaum verlasse, mir fallen Namen nicht mehr ein. Wochentage sind längst Makulatur, für wen oder was ist es schon wichtig, ob heute Dienstag oder Donnerstag ist? Homeschooling ist mein letzter verhasster Pfeiler, der mich an Abgabetermine erinnert, aber auch da lernen wir jeden Tag, so dass die die Idee eines WochenENDES auch vorbei ist. Es fühlt sich an wie ein langer, zäher Fluss. Kein Gebirgsbach, sondern ein schlammiger Fluss, der jeden Tag etwas dreckiger und tümpeliger wird. Die Kinder wachzukriegen ist inzwischen ein Ding der Unmöglichkeit, Nachts hört man gegen 1 Uhr 30 Kinderfüsse Richtung Küche wandern – auf der Suche nach einer weiteren Mahlzeit – und dazwischen das Miauen unseres Katers, der verwirrt bis verärgert darauf reagiert, dass es hier keine klaren Abläufe mehr gibt. Inzwischen weiss ich, dass ich mit meinem Hass auf das Homeschooling nicht alleine bin, ich habe unzählige Blogs dazu gelesen und bin am Ende dennoch alleine mit dem Gefühl, dass die Kinder schrecklich viel Stoff verpassen, weil wir zwar Arbeitsblätter ohne Ende abarbeiten, aber wenn ich sie etwas dazu frage, nicht viel hängenbleibt. Wer gerne Blogs liest dem sei dennoch dieser empfohlen:

https://www.stadtlandmama.de

Mein persönlicher Lieblingsblog, da sie immer das schreiben, was ich kurz zuvor gedacht, aber noch nicht zu Papier gebracht habe.

Aber zurück zu meinen einleitenden Gedanken…Heute Morgen hat diese oben erwähnte Verwirrung einen neuen Höhepunkt gefunden, als ich – ganz Frau Holle- die Betten lüften wollte und erstmal das ganze Bettzeug tief herunter in den Garten geworfen habe. Da stand ich nun und wunderte mich wie schön unsere Bettdecke auf dem Lavendel aussah. Auf dem Weg Richtung Garten nahm ich ein paar Schüsselchen und alte Tassen mit, von denen ich nicht mehr wusste, wie lange sie wohl schon bei den Kindern gestanden hatten, die aber zumindest noch keinen Schimmel angesetzt hatten und überlegte, ob man nicht noch mehr parallel mitnehmen konnte, als ich auch schon den Wäschesack unterm Arm hatte. Unten angekommen passierte, was passieren musste: ein Glas, das quer über dem Wäschesack an meinen Fingern hing, kippte aus und floss über den Teppich. Ich liess alles fallen, wischte schnell alles zusammen und rief meiner Tochter etwas zu, die mir im selben Moment die Treppe herunterfiel. In meiner Bemühung das Kind zu retten, lief ich in die noch nasse Pfütze und rutsche mit voller Geschwindigkeit aus. Verzweifelt drückte ich meinen inneren Reset Knopf und sagte dem Kind, dass wir uns nun erstmal einen Kakao und einen Café machen würden, auf den Schreck. Und ehe ich mich versah, kippte ich das Kakaopulver in den Café und gab meiner Tochter eine warme Milch. Tja, das war der Anfang dieses wunderbaren Tages. Ich bin ein bisschen in Sorge wie es weitergeht und so läuft es Tag für Tag und wird immer schlimmer. Vielleicht muss ich eine Art Wiedereingliederungskurs in die Gesellschaft buchen – nach Corona. Leicht wird es auf jeden Fall nicht.

Gut bin ich seit Corona nur im Kochen, Serien gucken, Garten machen. Manchmal auch Spazierengehen.

Alles andere läuft mittelmässig.

Naja wobei ich auf die Pluspunkteliste setzen könnte, dass ich gestern erstmals seit Mitte Februar wieder Tennisspielen durfte. Wir haben Pfeile wie wir den Platz betreten dürfen und wo wir heruntergehen, eine kleine Choreopgraphie gewissermassen. Handschuhe und Mundschutz sind Pflicht und insgesamt ist das ganze ziemlich schwierig, aber mir hat es dennoch gutgetan endlich mal etwas zu tun, was mich wachgerüttelt hat. Wobei das ja offenbar nicht lange angedauert hat, wenn man den heutigen Morgen betrachtet.

Eine kleine Geschichte noch zum Schluss : in Frankreich haben sie eine Umfrage gemacht, wie viele Paare eine zweite Corona Welle nochmal so gemeinsam erleben würden. Ich meine die Frage an sich ist ja schon komisch ( und wurde vielleicht im Original, das mir nicht vorliegt, etwas anders gestellt), aber entscheidend ist die Antwort:

12 % würden es nicht nochmal mit dem selben Partner machen.

Das lasse ich jetzt mal so stehen und will nur so viel sagen, bei uns ist es zum Glück besser gelaufen. Ich habe zwar keinen Gesprächsstoff mehr und bin geistig verwirrt, aber mein Ehemann scheint mich dennoch noch zu mögen. Und ich ihn auch. Darüber kann man sich ja auch freuen.

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