Häusliche Enge und neue Erkenntnisse. Corona sei Dank

Heute ist der Internationale Tag des Nasenbohrens. Wer hätte das gedacht!Es gibt ja die absurdesten Tage, wenn man davon 365 zu vergeben hat, aber den Tag des Nasenbohrens? In Corona Zeiten ist ein derartiger Festtag höchst umstritten und so wunderte ich mich auch nur wenig, dass eine Medizinerin der Berliner Charité sogleich dazu aufrief, das Nasenbohren zu unterlassen: „So könne der Virus weiter verbreitet werden.“ Wo sie Recht hat, hat sie recht, aber sagen sie das mal den Zigtausenden Kindern da draussen auf der Strasse, deren Finger quasi in ihrer Nase festgewachsen sind? Meine Töchter haben damals im Prinzip einen neuen Nationalsport daraus gemacht. Und auch als Heuschnupfenopfer, wie ich eines bin, ist Nasenbohren durchaus etwas, was vorkommt. Dauernd kratzt und kribbelt es, muss ich mir jetzt jedes Mal die Hände desinfizieren? Ziemlich entscheidende Fragen, die an so einem WELTTAG aufgeworfen werden, dessen Ursprung völlig im Dunkeln liegt, wie ja auch das, was wir beim Nasenbohren herausholen wollen…

Meine Tochter hat seit gestern Corona. Also, sie vermutet, das sie es hat. Wie immer in den letzten Wochen fühlt sie sich schlecht, aber seit gestern – sagt sie- hat sie auch ihren Geschmackssinn verloren. Meine ärztliche Meinung will ja keiner hören, aber mit grosser Verwunderung sah ich zu, wie das Kind ohne Geschmackssinn ein Steak vertilgte und bei der Kräuterbutter vor Genuss laut aufstöhnte. Kann man bei Corona etwa Kräuterbutter extra schmecken? Heute Morgen servierte ich dem armen, kranken Kind Tee und ein Nutellabrot ans Bett. Ich muss gestehen, es war aus niederträchtigen Gründen. Da sie weder Fieber noch andere bedenkliche Zeichen hat, wollte ich ihren Geschmackssinn testen und siehe da, das Nutella Brot brachte ihr Gesicht zum Leuchten: Meine Diagnose als Dr.Dr. Mutter: Erhöhtes traumatisches Phlegma nach zu viel Homeschooling, wenig Sport und übermässigen Corona News im Fernsehen.

Apropos Fernsehen: Mein Mann und ich gucken derzeit die Serie Narcos auf Netflix. Das ist nichts für schwache Nerven, da das Leben von Pablo Escobar, dem kolumbianischen Drogenbaron wirklich gepflastert von Leichen ist. Ständig wird jemand umgebracht und zwischendurch brauche auch ich mal eine Pause von all den Opfern. De Serie ist dennoch toll, aber eben nur in Häppchen zu geniessen.

Selbstverständlich geben wir uns Mühe, dass kein Kind in der Nähe ist, wenn halb Medellin sich gegenseitig erschiesst, aber neulich sass unsere Kleine bei uns, als Pablo ausnahmsweise einmal nur mit seiner Familie eine nette, ungefährliche Szene hatte. V. war sehr nachdenklich danach und erklärte ihrem verdutzten Vater, er sähe aus wie Pablo Escobar. Er hätte den selben, zu männlichen Gang und überhaupt sei da eine grosse Ähnlichkeit. Wir haben es nicht verstanden, aber denken noch darüber nach, ob es ein Kompliment oder eher ein Problem ist. V. hat ohnehin sehr mit allem Männlichen zu kämpfen. Meinem Mann riet sie neulich, sich die Achseln zu rasieren, das sei viel männlicher, als so schrecklich viele Haare da zu haben. Warten wir ab, was als nächstes kommt.

Für heute erwarte ich keine weiteren Dramen mehr. Das Kind will Germanys Next Topmodell gucken, was bei mir eigentlich auf dem Index steht. Mal sehen, ob uns auch ein paar fiese Fragen danach einfallen. Vielleicht sagen wir ihr, dass sie uns an Heidi Klum erinnert? Aber nein, so gemein sind wir nicht…..

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