SOS! Wir träumen von Handys und der 5.Klasse

Heute Morgen erwachte meine Tochter mit einem seligem Lächeln im Gesicht. Mütter lieben so etwas. Ein Morgen ohne Murren und Geschrei ist einfach toll. Also fragte ich sie, was denn der Grund für diese wunderbare Laune wäre und sie seufzte: „Mama, ich habe von einem wunderschönen, pinken Handy geträumt. Es war meins und ich durfte es die ganze Zeit benutzen und das Unglaubliche war, du hast gar nicht gemeckert.“

Schwupp war meine Laune dahin. Statt von Einhörnern, Prinzen oder einer warmen Meeresbrise zu träumen, träumt sie von einem Handy???!!!

Seit der ersten Klasse fragt mich meine Tochter, wann es denn nun so weit sei. Ins Feld geführt werden die Kinder X, Y und Z, die angeblich bereits eins haben, dann natürlich ihr gutes Benehmen und schließlich so mühsame Versuche wie: „Ich würde es auch nur zum simsen benutzen, das Internet kannst du gerne ausschalten (funktioniert leider nicht, kapiert sie aber – leider- nicht).“

Alle Einwände, Gefahren, wenn und abers unsererseits werden komplett ignoriert. Unser Standpunkt steht fest: Vor der 5. Klasse hat ein Kind kein Handy zu haben. Unsere Tochter hat das nun so übersetzt: Offenbar will Mama immer wissen, wo ich bin. Da sie das bislang immer weiss, weil sie uns zur Schule (etwas weiter entfernt) fährt und abholt, muss ich schnellstens die Schule wechseln.  In den Herbstferien erklärte sie uns daher, sie wolle die dritte Klasse überspringen, sie sei gut genug und würde sich ohnehin nur langweilen, die vierte Klasse mache sie dann mit links ganz schnell zu Ende.

Nachtigall ick hör dir trapsen. Klar.

Ein Gespräch mit der Lehrerin brachte in dieser Frage ganz schnell Entspannung. Sie sei zwar sehr gut, aber nicht so gut. Klasse überspringen, um schneller ans Handy zu kommen läuft also auch nicht.

Letzte Argumentationskette ihrerseits war. „Mensch Mami, zwischen Dezember und Mai ist Weihnachten, mein Geburtstag UND meine Kommunion, da wisst ihr ja gar nicht mehr was ihr mir schenken sollt. Also, ich würde auf alles verzichten und ein Handy nehmen.“

Als ich ihr erklärte, dass es zur Kommunion eventuell ein Kreuz an einer Kette gäbe, herrschte hier erstmal grosse Stille.

Zum Thema Medienerziehung haben die Mädchen dann neulich erstmal schön ihre erste Mini-Packung abbekommen: Unbemerkt an Mama vorbei spielten sie offiziell ein Spiel auf meinem Computer, bei dem man offensichtlich auch chatten konnte. Gleich der erste Chatpartner beschimpfte meine Mädchen als „Ar…….öcher…“ und mehr. Als sie mir das erzählten, war ich glücklich und sagte, damit sei das Thema ja nun vom Tisch, schliesslich hätten sie ja gesehen, wozu das Internet fähig sei. V. und V. sahen das nicht so. So ein blödes Schimpfwort sei doch kein Problem und zeige ja nur, dass dieser Mensch schlecht erzogen worden sei. Hätte ich sie nicht gebremst, hätten sie gleich weiter gechattet.

 

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