Über unser Halloween und die Frage, ob ich das wirklich nächstes Jahr wieder brauche..

 

 

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Im vergangenen Jahr waren wir an Halloween in Paris. Da man im Marais, wo wir wohnten, schon lange nicht mehr an Haustüren einfach klingeln kann (man kommt nur mit Türcodes herein), hatte sich das Thema schnell erledigt.

Sehr zu meiner Zufriedenheit und sehr zur Empörung meiner beiden Töchter.

Sie durften sich zwar verkleiden, merkten aber bald, dass sie im Grunde nur blöd angestiert wurden und kein Mensch für sie Süssigkeiten hatte. Ich versprach ihnen also in diesem Jahr auf GAR keinen Fall ins benachbarte Ausland zu fahren, nein,  Hamburg musste es sein mit seinen wunderbaren konservativen Türklingeln und Kürbissen und Läden voller Halloweenklamotten, die mich schon seit Wochen unter Zugzwang brachten, weil die beiden jungen Damen sich nicht entscheiden konnten, als was es sich besser um Süssigkeiten betteln liesse: Als Gespenst oder doch besser Zombie, oder Zauberer? Oder Vampir?

Letztendlich hatte ich ein Gespenst und einen Zombie am Arm, als es gestern Abend losging, das Nachbarskind war auch dabei – alle in heller Aufregung und ich nur mässig begeistert bei Nieselregen im Dunkeln durch die Strassen zu ziehen.

Hinzukam diese unsägliche Angstmacherei durch die Horror Clowns. Keiner, der nicht darüber sprach. Der Schulfunk hatte das Thema so aufgebauscht, das ich das Gefühl hatte als eine Art moderner Zombie- Bodyguard unterwegs zu sein, da ja aus jedem Gebüsch urplötzlich einer dieser fiesen Clowns hervorspringen konnte.

Natürlich sprang niemand irgendwo heraus…Die einzigen geradeso erwähnbaren Vorkommnisse waren diese:

Top- Treffpunkt des Abends war die Tankstelle. Das Gros der Eltern, die ich in den dunklen Strassen traf hatten sich offenbar vorgenommen aus Halloween ein Happening zu machen und sich an der Tankstelle mit Bier eingedeckt.

Lustigster Vater des Abends war der, der ständig  in die Dunkelheit rief, dass Halloween doch ein Top Vorwand sei, endlich einmal all die Häuser zu besichtigen, die man gerne mieten oder kaufen würde.

Ich wurde ziemlich schief angeguckt, weil ich ALLEINE! mit 3 Kindern unterwegs war. Offensichtlich hatten die anderen Elterngruppen Mitleid mit mir, da- wann immer wir wieder im Dunkeln aufeinandertrafen, die Frage aufkam, ob sie mir bei der nächsten Tankstellenrunde auch ein Bier mitbringen sollten.

Negativstes Erlebnis: als wir endlich zurück waren, war es so spät, dass bei uns bereits alle vergeblich geklingelt hatten und ich auf meinen Halloween Süssigkeiten sitzenzubleiben drohte.

Noch blöder war als ich beschloss, die Schüssel mit Süssem vor die Tür zu stellen, damit vielleicht doch noch einer davon was hat und dann sehr viel später von einem  lauten Rumpeln vor meine Tür gerufen wurde und sich etwa 7 kleine syrische Flüchtlinge um unseren Schokoladen Topf balgten, als ob sie so etwas noch nie gesehen hätten. Was darauf folgte war eine lange Diskussion mit meinen ernsthaften Kindern, ob man einen Bürgerkrieg aushalten könne ohne Schokolade oder eher nicht.

Sehr viel später war ich so gereizt, dass ich mir schwor nächstes Jahr fliegen wir in den Herbstferien auf eine einsame österreichische Alm. Keine Klingeln, keine besoffenen Eltern, keine Diskussion über Schokolade im Bürgerkrieg. Keine Horror Clowns!Kein Halloween!

 

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