Meine Mädchen leben von der Liebe und träumen sich in die Zukunft

Unser Lieblingsthema zu Hause ist die Liebe. Ich weiss nicht, ob es die Tatsache ist, dass die Mädchen eine französische Schule besuchen und das Vorurteil stimmt, dass die Franzosen die Liebe lieben oder ob sie einfach besonders romantisch sind, aber l’amour und alles was dazugehört bestimmt unser Leben.

“ Mama, wie hast du Papa nochmal kennengelernt? Du warst doch erst 11, oder?.“ Das Dumme ist, die Geschichte stimmt. Ich war 11, als ich mich in meinen SPÄTEREN (20 Jahre späteren) Mann verliebte. Für die Kinder ein klares Zeichen, dass sie sich jetzt endlich entscheiden müssen. Für einen Franzosen natürlich, denn Papa hat Mama zwar in Österreich kennengelernt, zu diesem Zeitpunkt aber schon lange in Frankreich gelebt. „Mama, mein amoureux guckt auch andere Mädchen an, wie erkenne ich ob er mich heiraten wird?.“ Was? Heiraten? Also nur nochmal für Quereinsteiger: ich habe eine gerade 8-jährige Tochter und eine 6 1/2 jährige. Beide sprechen konsequent davon, wann sie genau ausziehen und dass sie dann SOFORT Kinder bekommen. Im besten Fall bieten sie mir an, dass ihr „amoureux“ und späterer Mann hier bei uns einziehen kann. „Weisst du, Mama“, sagte meine Jüngere neulich zu mir, „das würde dir doch sicher nichts ausmachen, wenn Papa und du aus dem Dach ausziehen müsstest und wir da hinziehen (WIR: ihr Mann und sie).“ Ihr hättet doch unten auch noch genug Platz.“ Eigentlich sollte ich mich bei beiden bedanken, dass sie in Gedanken nicht schon einen Platz zwischen Waschkeller und Schuhregal für mich und meinen Mann gefunden haben. Das reicht doch auch, wir hatten unsere guten Jahre oben im Dach, da sollte man sich nicht beschweren, oder?

Zwischendurch wenn die beiden – selten genug – Luft holen, versuche ich Ihnen zu erklären, dass man erst Abitur macht und dann eine Ausbildung und dass die Babys und die Hochzeit nicht zwingend mit dem Erreichen der Volljährigkeit durch den Schornstein hineinfliegen müssen. Doch auch diese Rechnung habe ich ohne meine multikulti- bilingualen Töchter gemacht. „Also Mama, bei uns an der Schule sind ein paar afrikanische Mamis, die haben ihre Babys schon mit 16 bekommen. Darf ich das auch? Dann wärst du ganz früh Oma und die Oma Uroma und vielleicht bekommen meine Kinder dann auch wieder ganz früh Kinder und du schaffst es obwohl du schon sooooo alt bist noch zur Uroma…An dieser Stelle schalte ich regelmäßig auf innere Meditation, sprich Durchzug.

Doch so leicht lassen sich die Zwei nicht abspeisen. Im Grunde haben sie alles bereits geplant. Amoureux 1 hat eine sehr intelligente und noch dazu nette Mutter, findet Tochter 1, klares Pro also für eine sofortige Vermählung. Ausserdem spricht er nur Französisch und das findet Valentina gut, da könne man ja später eventuell auch mit den 10 Kindern nach Frankreich ziehen.

Amoureux 2 (auch Franzose) hat dunkle Haare (wie Papa sagt Victoria…SCHÖÖÖÖN) und seine Mutter macht gerade eine Ausbildung in Lyon bei Bocuse. Muss ich noch mehr sagen? Meine kleine Tochter hat Geschmack, im doppelten Wortsinn. Ebenso wie ihren Eltern geht ihr die Liebe durch den Magen. Also hat der Blick auf die richtige Schwiegermutter gereicht. Und mein Mann und ich würden uns dann auch mal aus der Küche zurückziehen, wenn die „belle-mère“ von Victoria kommt.  Da sind wir ganz grosszügig, also natürlich nur, wenn wir was abbekommen.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.