Zen – oder die grosse Ruhe – wie ich versucht habe mit meinen Kindern zu entspannen

 

hand drawing cartoon happy kidsGestern Morgen stand ich auf und war voll des inneren Friedens. Das kommt ja leider nicht all zu oft vor und so beschloss ich mir meine Aura auf keinen Fall durch Geschrei nach MEHR Fernsehen, MEHR Nutella, MEHR XYZ verderben zu lassen. Ich kam also die Treppe runter, begrüsste meine Kinder wie ein weiser, alter Meister des ZEN und erklärte ihnen erst einmal wie schön und angenehm es doch wäre, wenn sie ihre Füsse von meinem Glas Couchtisch nehmen könnten. Da meine Stimme so friedlich war wurde der Auftrag nicht ernst genommen und die kleinen Füsse blieben wo sie war. Ich beschloss also mir erst einmal einen Tee zu machen (in Serien wie Downton Abbey, die zwar völlig frei von ZEN sind, aber dafür andere wichtige Lehren vermitteln, hilft ein Tee wirklich IMMER!)Als ich mit dem Tee zurückkam hatte mein kleiner anspruchsvoller Hausstand beschlossen, dass sie gerne frühstücken würden. Also wurde mein Tee kalt und sie bekamen warmen Kakao und andere Leckereien. Bloss nicht mein positives Karma beschmutzen, dachte ich und lächelte. Als dann aber mit einem unfassbaren Lärm der Kinderkanal startete, beschloss ich nun reicht es. Ich machte den Kamin an, scharrte meine sehr unglücklichen Kinder um mich und erklärte ihnen, das wir nun mal alle schön in uns gehen würden. Valentina starrte mich an, als ob ich über Nacht zum Dinosaurier mutiert wäre und Victoria nuckelte hektisch an ihrem Kakao. Ich erklärte ihnen, dass ich zum Einschlafen gerne kurze Meditationen hören würde und dass wir jetzt mal eine gemeinsam machen würden: Da der Widerstand relativ gering war drückte ich auf START und los ging es: Ein grosser Gong ertönte und V. war erstmal verwundert: „was soll das Mama? Die Schule beginnt doch jetzt nicht? Warum ein Gong?“ Danach sagte eine Stimme wir sollten jetzt doch mal tief durch die Nase einatmen und durch den Mund wieder ausatmen. Vic verlangte nach Nasenspray, sie bekäme keine Luft mehr. Als nächstes sollten wir uns auf die Geräusche um uns herum konzentrieren. Ich hörte das Knacken des Kaminfeuers, das Atmen meiner Kinder und fand es toll. Valentina sagte, so einen Blödsinn hätte sie wirklich noch nie erlebt und wenn ich nicht einschlafen könne solle ich doch das nächste Mal lieber die drei Fragezeichen hören. Victoria erklärte, das einzige Geräusch was sie höre, sei ihr knurrender Magen. Ich brach die Mediation nach 5 Minuten ab. Papa war wach und ab da ist bei uns dann immer Disco. Coldplay, Taylor Swift und Co. Das Projekt ZEN wurde von mir auf längere Sicht verschoben.

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