Hoch lebe der König oder wer hat die Fève? Über französische und bayerische Traditionen

könige

Eine unserer Lieblings Cds in der Vorweihnachtszeit war die über die Heiligen 3 Könige. Nicht nur, dass es eine Art Musical zum Mitsingen war, nein allein die Geschichte hat es meinen Kindern angetan. Je dramatischer desto besser, je gruseliger desto mehr. „ Mama, wenn man es genau nimmt, dann war dieser Herodes doch ein Terrorist, wenn er all die Kinder töten liess, oder?“. Der Versuch ihr den Unterschied zwischen Tyrann, Despot und Terrorist zu erklären scheiterte kläglich.

Gegen Ende dieser CD kam für meine Kinder die durchaus lehrreiche Zusammenfassung: nämlich die, dass überall auf der Welt am 6. Januar der Drei-Königs-Tag gefeiert wird. In meiner bayerisch-katholischen Kultur ziehen Kinder als Sternsinger von Haus zu Haus. In Spanien und Italien gibt es an diesem Tag sogar erst die Weihnachtsgeschenke.. („ was hat der Weihnachtsmann denn dazwischen gemacht? War er am, Nordpol? oder hat er irgendwo eine Pause eingelegt?“)

Am spannendsten aber fanden sie die Erkenntnis, dass es in Frankreich (und Belgien, Luxemburg, Schweiz…) den so geliebten „Galette des Rois“ gibt. Seit dem Kindergarten einer der Highlights meiner franco-allemannischen Mädchen, wobei ihnen der Kuchen im Grunde überhaupt nicht schmeckt; Nein, es geht nur darum, WER die fève in seinem Kuchenstück hat. Die fève ist eine kleine Porzellankugel (..an der man sich besser nicht verschluckt oder die Zähne ausbeisst) und wer diese hat, der bekommt für den Tag die goldene Königskrone aufgesetzt.

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Witzigerweise war das für die Kinder all die Jahre ein nett gemeinter Gag gewesen. Dank unserer CD verstanden sie nun endlich: es ist ein Brauch mit Hintergrund. Was den Kampf um die Féve nicht kleiner gemacht hat. Gestern Abend erwischte ich Valentina, wie sie in unserer Rest-Galette rumstocherte, um zu gucken, wo das kleine Teil nur steckt. Auch heute Nachmittag hat noch keiner die Féve erwischt…Ein Teil liegt noch da und wer weiss, vielleicht ist dieser Kuchen ja so schlau erstmals in all den Jahren mich zur Königin zu machen (wie einfühlsam…). Denn ich bin die Einzige, die noch kein Stück Kuchen hatte…

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