Wieviel Kinder-Kunst ist vertretbar und ab wann darf ich sie entsorgen?

Rotkäppchen und der Wolf durften bleiben, finde ich nach wie vor grossartig!

Rotkäppchen und der Wolf durften bleiben, finde ich nach wie vor grossartig!

Heute gegen 10 Uhr morgens hatte ich den furchtbaren Drang ES zu tun. Wenn man krank im Bett liegt, fällt einem auf einmal so viel auf, was gar nicht geht. Und in meinem Fall waren es die Kinderzimmer. Ich hatten den erheblichen Drang wegzuschmeissen und zwar so viel wie möglich auf einmal, um mal wieder Luft zu bekommen in diesen Messi Zimmern meiner 2 liebreizenden Töchter.

Der Anfang war schnell gemacht: Man glaubt ja gar nicht, was vom Kindergarten bis zur 1.Klasse so alles an „Kunst“ zusammenkommt. Im ersten Jahr des Kindergartens habe ich noch alles aufgehoben. Oben rechts steht fein säuberlich das Datum und der Name des Kindes. Stolze Mutter eben. Mein Kind hat ein Ei gemalt, wow! Und da, das ist ein Haus mit 3 Personen davor…Toll! Gegen Ende der Kindergartenzeit bekam ich schon Schweissausbrüche, wenn uns die Lehrerin die gesammelten Werke des Jahres in diesen riesengrossen IKEA Tüten mit heimgab. Erst standen sie dann da, wochenlang, und gegen Ende des Urlaubs schaute ich hinein und haderte. Muss man das alles aufheben? Jedes Drachenei (Victoria hatte 2 Jahre lang eine Phase, in der sie – wie sie selbst sagte- nur Dracheneier malte), jedes rührige Mama Herz (zu Muttertag, Geburtstag und gern auch einfach mal so). Ich meine – nur damit man mich hier nicht falsch versteht – ich vergötterte meine Kinder und ihre Entwicklung, aber was wenn wir eines Tages aufwachen und in Kunst ersticken?

Ich versuchte mich also durch 4 JAHRE Hamburger Malerei und Bastelei zu arbeiten und herauszufinden, was den Kinder etwas bedeutet und was mir. Neben etlichen Spielsachen, die in die Tüte für die Messehallen wanderten (Flüchtlinge!) kam da ein ganz ordentlicher Haufen zustande.

Ein schneller Blick auf die Uhr – noch eine Stunde bis die Kinder heimkehren – LOS zum Papiercontainer. In dem befinden sich jetzt unsere emotionalsten Momente oder besser die meiner Töchter. Ich selber kämpfte zwar einige Minuten mit heftigsten Schuldgefühlen, aber – was soll ich sagen – das Glücksgefühl zu entmüllen ist mit NICHTS zu vergleichen.

In den Kinderzimmern bekommt man jetzt wieder Luft und mit Sicherheit werden schon in 6 Wochen wieder überall kleine Häufchen von Bastelarbeiten liegen. Auch die bekommen selbstverständlich ein Datum von mir und wenn ich das nächste Mal krank bin, geht es dann ihnen an den Kragen!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.