Spieglein, Spieglein an der Wand…wer ist die ungeschminkteste Mama im ganzen Land?

Also eigentlich ist das ja ein Mami-Blog, sprich ein Blog über das Leben mit Kindern. Aber manchmal – ganz selten natürlich nur – gibt es auch ein Leben abseits davon. Leider ist nicht alles, was man da erlebt unbedingt besser, schöner oder gar erzählenswerter, aber heute hat eine Begegnung an einer Tankstelle mich wirklich zum Rasen gebracht.

Es war Mittags, also kurz bevor ich meine Kinder von der Schule hole und bekanntlich ziehen sich Mütter egal welcher Profession zu einem solchen Anlass ja nur selten High Heels an. Meinen Lippenstift hatte ich ganz überraschend nicht aufgelegt und Smokey Eyes kommen auch nicht wahnsinnig gut an .. gegen 13 Uhr vor der Grundschule.

Egal, ich wollte ja auch nur tanken. Meine Tochter hat eine unglaubliche Phobie gegen alle möglichen Fehler, die ihre Mutter eines Tages eventuell mal machen könnte…so auch, stehenbleiben auf grosser Strasse, weil der Tank leer ist. Daher tanke ich rechtzeitig bevor es im Auto piept, weil ich ihre schreckensweiten Augen nur schwer ertragen kann. Ich tanke also, gehe in die Tankstelle, um zu bezahlen und schnappe mir schnell noch ein paar Zeitungen, wie ich es eigentlich immer mache, seitdem ich im zarten Alter von 19 zum Medien-süchtigen wurde.

An der Kasse sitzt eine junge Frau, die schon vor mir bei einem armen englischsprachigen Mann beinahe alles kommentierte, ohne, dass er verstand warum. 3 Meter weiter ein Typ mit Vollbart, vor sich ein Bier, das wahrscheinlich vierte gegen 12 Uhr 30. Soweit also mein schneller Scannerblick, der zwar alles erfasst, aber nicht erkennt was nun kommt. Das Mädchen an der Kasse beginnt Zeitung für Zeitung die Schlagzeilen zu kommentieren. Als sie damit endlich durch ist und ich schon fast dem Wahnsinn nahe, stöhnt sie laut und sagt, sooooo viel Geld wollen sie für Zeitungen ausgeben? Ich: Ja! Der Mann rechts von mir lallt: LASSEN SIE ES, DAS LOHNT NICHT.

Ich – wie immer um Entschuldigungen bemüht, sage: ich bin Journalistin. ich brauche diese Zeitungen, könnten sie sie mir bitte geben. Daraufhin bekommt das Mädchen Augen in Form der Schlange Kaa und sagt hysterisch kichernd: SIE???? Journalistin?

Ich: Inzwischen schon leicht erbost, sage: ja, was denken sie denn? Zoowärterin?

Sie: Sie sind ja nicht mal geschminkt und sehen auch sonst nicht besonders nach Journalistin aus.

Ha! Jetzt reichts. Ich fauche sie an, wie denn ihrer Meinung nach eine Journalistin aussieht und bekomme ein Bild irgendwo zwischen Heidi Klum und Jennifer Aniston. Der an seinem Bier nuckelnde Mann mischt sich ein und behauptet irgendwann mal beim NDR gearbeitet zu haben.

Statt einfach wegzugehen fange ich an die junge Dame zu nerven, woher sie denn ihr Wahnsinns Fachwissen hat. Sie erklärt mir, dass sie immer schön Bunte und Gala liest. (da kommen ja auch sehr viele Journalistinnen vor, also quasi 0 auf 0). Sehr spät erkenne ich, dass ich eine vollkommen bescheuerte Diskussion mit 2 völlig bescheuerten Menschen führe und gehe – ENDLICH.

Auf dem Weg zur Schule schaue ich in den Autospiegel und frage mich, warum es so unwahrscheinlich ist, dass ich einst einen glamourösen Beruf hatte. Schliesst das Mama Dasein, das eine vom anderen aus? Ich habe jedenfalls nicht vor Party Make up vor der Schule zu tragen und meine Töchter zu beschämen. Nur loswerden musste ich es eben mal. Und nun Schluss!

 

 

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