Über die Schwierigkeit des Nichtstuns – oder wie Mamis auch im Leerlauf rotieren

FullSizeRenderNeulich habe ich mir einmal vorgenommen nichts zu tun. Man liest das ja derzeit überall. Einfach mal den Müssiggang zulassen, atmen, Stille geniessen und sich so richtig spüren. Genau so wollte ich das angehen. Schon vor Wochen hatte ich mir das vorgenommen, aber dann kam die Feuchtigkeit in der Mauer der Gartenkammer dazwischen und dann die Türen, die oben nicht schliessen. Dann wollte ich etwas gegen mein Bauchfett tun und dann musste ich ein paar Geburtstage vorbereiten. Alles in allem: es war kein Termin frei in meinem Kalender fürs NICHTSTUN.

Als ich endlich einen frei hatte, legte ich mich aufs Sofa und wartete. Toll dachte ich und dann schossen Gedanken in meinen Kopf. Wollte ich nicht schon seit dem Abi 1991 endlich mal alle meine Klassiker auslesen? Gesagt getan, ich stieg aufs Sofa und kletterte die Bibliothek herauf, um etwa 20 Bücher auf einen Stapel zu legen, die ich nun lesen MUSSTE! Kaum hatte ich dies getan war mir klar, dass das ein Fehler war. Ich sollte doch NICHTS tun.

Also zurück aufs Sofa.

Mein Handy piepte. Ich wusste es war die Erinnerung dass ich noch vor den Ferien dringend einen Berg Hemden meines Mannes von der Reinigung holen sollte – VERDRÄNGEN, VERDRÄNGEN, ATMEN!

Die Katze kam. Oh Mist, ich sollte ihr Essen machen.

Im Keller piepte es. Ach ja, verdammt ich hatte ja schon morgens um 6 schnell (mein Lieblingswort) eine Wäsche in die Maschine geschmissen. Die musste nun in den Trockner.

Nein. Muss sie nicht, muss sie nicht, muss sie nicht!

Meine Kinder kamen mir in den Sinn. War das jetzt in Ordnung , dass ich auf dem Sofa lag und nichts tat? Hätte ich sie nicht lieber vor der Kantine mit ihrem miesen Essen abholen und ihnen eine leckere Mahlzeit kochen sollen?

NEIN! Du wolltest das NICHTSTUN üben.

Oh Mann ich musste unbedingt beim Pilates anrufen und Bescheid sagen, dass ich wegen der Ferien 2 mal nicht dasein würde. Und ich musste das Tennistraining der Kinder absagen. Und ich sollte meine Mutter nochmal anrufen. Ausserdem wäre es wirklich sinnvoll endlich den Keller von den letzten Umzugskisten zu befreien. Und ein Tauchgang unter den Betten der Kinder war überfällig, neulich hatte ich so viele verschollene Socken wiedergefunden.

14 Uhr. Irgendwie hat die Geschichte mit der Entspannung nicht geklappt. Zeit die Kinder zu holen. Schnell schmiss ich die Wäsche in den Trockner, tauchte 5 Sekunden unter die Kinderbetten, klebte einen Zettel mit dem Thema Reinigung an die Haustür und raste los. Mein Mami Stress hatte mich wieder. Ich fühlte mich wohl und aufgehoben.

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