Regretting motherhood – muss oder will ich das verstehen? – NEIN!

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„Regretting motherhood“ – ein neues Thema geistert durch die sozialen Medien…Es ist derzeit ebenso aktuell wie auf den Kaiserschnitt zu schimpfen oder das Stillen in der Öffentlichkeit bis ins kleinste Detail zu zerlegen.

Ich muss gestehen, ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Was genau ist neu daran, dass Mütter erschöpft sind? Was ist neu daran, dass man regelmässig nach 24 Stunden Dauer-schichtdienst aggressiv reagiert und sich Abend für Abend darauf freut, wenn der Nachwuchs im Bett ist?

Seitdem ich Kinder bekommen habe erreiche ich Tag für Tag ein Mami-limit. Jeden Morgen nehme ich mir vor fröhlich aufzustehen, freundlich zu Mann und Nachwuchs zu sein und nicht bereits um 7 Uhr 45 wie eine Fischverkäuferin rumzuschreien, weil sich die Kinder hinten im Auto darum streiten, welcher der bessere Radiosender ist. Abend für Abend habe ich gegen 18 Uhr ein Tief, was sich anfühlt, als ob es weit nach Mitternacht wäre. Schon in den Anfängen unseres Blogs vor 6 Jahren haben meine Kollegin Christiane Hoffmann und ich darüber geschrieben, wie hart es für uns ehemalige Karrierefrauen ist unser EGO an der Krankenhaustür abzugeben und danach nur mühsam wieder aufzulesen. Wir waren es gewohnt, immer das zu tun, was uns gefiel, inklusive unserer Arbeit. Aber ist dieses Jammern über unser verlorenes Ego nicht auch ein irgendwie frohes Lamentieren? Wir beide haben spät Kinder bekommen. Wir haben es uns sehr gewünscht. Jedes Mal, wenn ich mich frage in welchem Winkel unseres Kellers sich die Liebe zu meinen Kindern gerade versteckt hält, taucht sie blitzschnell wieder auf. Dafür reicht EIN Satz, EIN Lächeln, EINE Umarmung.

„Regretting motherhood“ soll also WAS sein? Alles in Frage zu stellen? Ich wüsste kaum jemanden der das tut. Wir alle lieben unsere Kinder, aber wir alle freuen uns auf kinderfreie Stunden oder manchmal auch Tage. Aber drehen wir es doch einmal um…Gestern Abend lag ich nach einem langem Tag in meiner neu aufgehängten Hängematte im Garten. Die Kinder spielten friedlich und bereits im Pyjama in ihren Zimmern. Mein Mann war auf dem Weg nach Hause. Über mir zwitscherten die Vögel und ich genoss diese unfassbare Ruhe und den Frieden.

Noch vor 10 Jahren wäre ich mir nicht einmal bewusst gewesen, wie gut ich es habe. Ich hätte gejammert über den kühlen Wind von unten oder, dass die Hängematte nicht weich genug ist. Ich hätte nachgedacht, welches Lebensziel als nächstes dran ist und ob ich es überhaupt erreichen kann.

Heute bin ich einfach nur zufrieden. Wegen der Kinder. Und wenn sie mir noch so sehr auf die Nerven gehen, ich werde mich IMMER bei ihnen bedanken müssen. Weil sie mir eigentlich erst gezeigt haben, was wahre Zufriedenheit ist und wie man JEDEN verfügbaren Moment geniessen kann und muss. Also DANKE Kinder und NON JE NE REGRETTE RIEN!

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