Ostern – Jubiläen und viel zu viel Paella…

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Victoria ist ab jetzt Spanierin

Nur mal eines vorweg bevor ich mich jetzt durch 4 Feiertage wühle und dabei die schaurig-lustigsten Geschichten auskrame…ich jammere auf sehr hohem Niveau. Meine Lieblingsfamilie und ich durften Ostern in Spanien verbringen. Das allerdings nicht etwa, weil wir auf der Suche nach Sonne waren, sondern, weil die spanische Grossmutter zu ihrem 70. alle Mitglieder der Sippe an den Ort ihrer Geburt eingeladen hatte.

So ein 70. muss selbstverständlich vorbereitet werden und da ich nichts halbes machen kann, sondern nur sehr, sehr ganze Dinge (und dabei schon tagelang Listen abgearbeitet hatte, als ob es um einen Komplett-Umzug nach Spanien ging) hatte ich mir pünktlich zum Ferienstart die 100. Blasenentzündung der letzten Monate eingefangen und fühlte mich miserabel. Mein armer Gatte war auch erst am späten Vorabend aus Frankfurt eingetrudelt und freute sich entsprechend endlich wieder einen Flughafen von Innen zu sehen. Also im Grossen und Ganzen eine ganz entspannte Stimmung, einer ganz entspannten Familie zum Ferienbeginn. Meine stets bescheidenen Kinder wollten wissen, ob es in der spanischen Unterkunft Innen-UND Aussenpool gäbe und ob der Kinderclub auch den ganzen Tag geöffnet habe. Etwas hilflos stand ich da und versuchte ihnen zu erklären, dass wir in ein ganz normales Hotel reisen würden. Das heisst es gäbe Zimmer und einen Frühstücksraum. PUNKT. Grosse Stille bei den Kindern und riesige Vorfreude bei uns, da wir das Hotel bereits vom 90. Geburtstag der verstorbenen Urgrossmutter kannten und wussten: Die Betten stammten höchstwahrscheinlich noch aus Francos Zeiten, das Mobiliar ebenso.

Trotzdem waren ihr eigentlich alle gutgelaunt als wir in Valencia landeten. Meine Schwiegereltern erwarteten uns schon und nach einer kleinen Lammkotlett-Sause in einer Bodega am Flughafen ging es direkt in unseren Ferien/Feier Ort weiter wo unsere Behausung schon sehnsüchtig auf uns wartete.

Drei Dinge durften wir nun in den nächsten Tagen lernen:

1) Kinder brauchen keinen Pool und keinen Kinderclub. Beide Töchter wollen nur noch im Hotel Aloha Urlaub machen, weil es für sie wie Zeltlager war. Die ganze Familie auf 2 Stockwerken, Zimmer an Zimmer. Davor das Meer (Kindern bedeutet eine Tag und Nacht von Autos, Motorrädern und Vespas befahrene Strasse GAR NICHTS, sie haben sie einfach „übersehen“) und sonst nichts.

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3 Cousinen nach dem Bad im noch kalten Meer

 

 

2) Eltern brauchen ab dem Alter von 40 dringend gute Betten. Ich fühle mich wie 80, meine Ohrstöpsel gegen die Autobahngeräusche vor dem Fenster stecken noch immer zwischen Trommelfell und sonstigem fest, so sehr habe ich sie versucht tiefer und tiefer in mein Ohr zu bekommen.

3) Duschen sind ein absolut überbewertetes Luxusgut. Nachdem ich an Tag 1 versucht hatte zu duschen, mir dabei sowohl beide Kabinen Türen entgegengekommen waren (die natürlich auch nicht mehr gerichtet wurden) als auch die SPA/Massage Düsen aus denen eiskaltes Wasser kam, dafür aber leider nicht der Duschkopf, der meine ungewaschenen Haare reinigen sollte, habe ich aufgegeben. Man kann sich ja auch waschen! Haben die Menschen früher immer so gemacht, finde ich ab jetzt gut!

Ansonsten hatten wir herrliche Tage. Wir haben viel gefeiert und noch mehr  gegessen: als da war Paella dann hatten wir eine Paella und schliesslich noch eine Paella. Am meisten habe ich gelacht als meine Schwiegereltern gestern Abend, als wir schon im Flieger zurück waren wieder zu einer Paella eingeladen waren. Ich muss sie heute unbedingt anrufen und fragen, ob sich das Sprichwort bewahrheitet und einem Dinge, wieder aus den Ohren kommen können (wollte meine kleine Tochter unbedingt wissen)

Die witzigste Situation dieser 4 Tage war aber diese: meine Schwiegermutter, die durchaus über einen grossen Freundeskreis verfügt, hatte an ihrem Geburtstag erstaunlicherweise kaum Anrufe bekommen. Wie sich herausstellte hatte ihr technisch versierter Gatte IHR Daten Roaming gesperrt, damit es nicht zu teuer würde. SEINES war angeblieben, man weiss ja nie, wer einen ganz wichtig erreichen muss 🙂 Ich hoffe ich werde nicht zerhackt für diese Zeilen, aber wir haben so sehr gelacht, als unsere Ella (Oma) am Sonntag – 2 Tage nach ihrem Geburtstag auf einmal dutzende Whats app Nachrichten und noch viel mehr Mailbox Nachrichten bekam…Gut, dass man Männer für Technik hat.

Mein Mann hat sich übrigens auch super erholt. Gestern Abend durfte er noch eine Stunde auf das Gepäck am Flughafen warten, während mein Super-Hero uns schon im Taxi nach Hause schickte- heute Morgen war er schon wieder weg: Richtung Flughafen. Vom Reisen dürfte er für den Moment genug haben.

 

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Gut dass der Osterhase auch in Spanien kommt

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unser Blick aus dem Fenster: man beachte das nahe Meer – man beachte lieber nicht den Parkplatz und die Autos…:-))

 

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