Hilfe! Ich stelle mich taub – es gibt sie diese Tage….

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Kennt ihr das? Tage, die gut beginnen, voller Harmonie…die Sonne scheint, die Kinder ziehen sich brav an, im Auto läuft die richtige Musik und spontan entscheide ich mich heute mal alles ruhen zu lassen und meine entzückenden Kleinen früh abzuholen. Grosses Freudengebrüll im Auto, innige Küsse und Vorfreude auf den tollen, gemeinsamen Tag.

Wenige Stunden später stehe ich an der Schule und fühle mich wie in der Rama Werbung in den 70-er Jahren. Zu Hause wartet der frisch gedeckte Tisch auf der Terrasse, das Essen ist quasi fertig, wir sind eine glückliche Familie.

Sind wir das? Kaum 5 Minuten zu Hause geht der Terror los. Kind 1 findet Spaghetti mit Tomatensosse gibt es viel zu oft und beginnt die Erdbeeren zu essen, die eigentlich die Nachspeise sind. Kind 2 schreit, weil sie Angst hat, dass sie – wenn sie jetzt nicht sofort aufhört Spagetti zu essen – keine Erdbeeren mehr abbekommt. Mutter schreit, weil ihre Rama Werbung platzt. Weitere 5 Minuten später sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld und beide Kinder streiten sich oben weiter.

Rama-Mami will noch nicht aufgeben und fragt, „hey Kinder wollt ihr euch nicht bei dem tollen Wetter in die Hängematte legen, bald soll es wieder regnen…“ Die Töchter kommen tatsächlich runter und ich denke, “ Ha! Kurve gekriegt! DAS HAST DU GUT GEMACHT“Ich fange an die Küche aufzuräumen….1- 2- 3- 4 -5 Sekunden später echte, schlimme Schmerzensschreie aus dem Garten: Valentina hat die Hängematte als Schaukel missbraucht und Victoria ist in hohem Bogen auf den Kopf nach unten geflogen und brüllt vor Schreck und Schmerz. Ich brülle vor Wut und Traurigkeit über diesen vergeigten Tag.

Beide Kinder werden auf ihr Zimmer geschickt. Die Grosse schreit ihr Lieblingsmantra („immer nur werde ich geschimpft! Das Leben ist ungerecht. Niemand liebt mich.“) Die Kleine weint, dass sie mit ihrer Schwester nichts mehr zu tun haben will. Mittendrinnen kündigen sich 2 Handwerker an, die ich vor lauter Chaos vergessen habe. Ich also „zack Lächeln“ so tun, als ob ich alles im Griff habe..“ah die lieben Kleinen, ja sie haben schlechte Laune heute, wahrscheinlich die Schule oder ahhh, was auch immer..“Lässiges Mama Verhalten scheint bei den Kindern auszulösen, dass man direkt wieder Mist bauen kann. Kaum sind die Handwerker weg und ich wundere mich, warum es so ruhig ist, sehe ich dass sämtliche Zahnputzbecher mit Wasserfarben-Farbe gefüllt sind und die Puppen damit geschminkt werden. ALLES ist voll, alles. Ich hyperventiliere.

Ein Rest Empathie seitens der grossen Tochter lässt sie fragen, ob ich irgendwie (irgendwie ist ein tolles Wort) böse sei. – Ich schnaube vor Wut – Valentina beschliesst ihre Chance zu nutzen und zu fragen, ob sie etwas Fernsehen dürfen. Entgegen aller Grundsätze sage ich ja. Ich brauche Luft, ich muss mich neu sammeln, vielleicht kriegen wir ja doch nie die Kurve. Ich mache mir einen Espresso und setze mich auf die Terrasse, wo noch immer die vertrockneten Spagetti Teller auf mich warten. Gemütlich. Drinnen ertönen die ersten Schreie. Ich beschliesse sie zu überhören. Die Schreie werden lauter. Ich KANN sie nicht mehr überhören. Also gehe ich rein und sehe Valentina hat Victoria mit der Fernbedienung geschlagen, weil sie sie nicht rausrücken wollte, daraufhin hat Victoria sie angespuckt.

Ich nehme die Fernbedienung, schalte den Fernseher aus, atme, atme, atme..Schicke die Kinder wieder nach oben. Gebe ihnen meine Eieruhr in die Hand und sage, bis sie klingelt werde ich NICHTS von euch hören. NICHTS. Sollte es doch so sein, gibt es …und daraufhin folgen die üblichen Drohungen aller Mütter auf dieser Welt.

Ich gehe in den Keller und schmeisse eine Wäsche ein und hoffe dass es Abend wird. Rama Werbung war eh immer eine blöde Werbung, beschliesse ich. Als ich abends mit meinen Kindern lese und kuschele fragt Victoria: „Du Mami, holst du uns morgen wieder so früh ab? Das war ein richtig schöner Tag.“ Dann schlafe ICH ein.

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