Woher kommt eigentlich diese neue Lust den Kaiserzuschnitt zu verdammen?

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Es geht schon eine ganze Weile so, dass Mütter wie ich angefeindet werden: 2 mal Kaiserschnitt – geplant – OHA! Wie feige – too posh to push. Sicher hatte sie Angst um ihren Terminplan, ihren Unterleib, vor den Schmerzen. Laut sagt das natürlich keiner, aber wenn sich selbst US-Schauspielerin Cameron Diaz jüngst in die Kaiserschnitt Diskussion einmischt, muss man doch zugeben es scheint ein grosses, ja ein Riesen-grosses Thema zu sein. Erstaunlich eigentlich, dass es oft Menschen sind, die bislang nicht mal ein Baby zur Welt gebracht haben und trotzdem genau das diskutieren wollen. Cameron Diaz erklärte in einem Interview mit der Welt am Sonntag, dass das für Babies nicht das Richtige sei, so brutal ans Licht der Welt gezogen zu werden. Allergien drohen, Asthma, Diabetes und vieles Schlimmes mehr. Man könne dem gerade noch Abhilfe leisten, wenn man vor der Geburt eine Mullbinde in die Vagina einführen würde, mit der dann Gesicht und Mund des Babys betupft werden, damit es schnellstens die „guten “ Bakterien abbekommt. Back to nature kann ich nur sagen, vielleicht kann man der feigen Mutter auch noch ein paar künstliche Schmerzen nach der Geburt zufügen, damit alles ganz natürlich empfunden wird? Aber ich will es ja gar nicht alles verdammen: Tatsächlich leiden meine beiden Töchter unter Allergien. (Fettleibigkeit oder Diabetes ist noch nicht dabei) Aber war das wirklich der Kaiserschnitt? Oder liegt es vielmehr daran, dass beide Eltern Allergien haben? Das Gros meiner Freundinnen, die per Kaiserschnitt entbunden haben hat jedenfalls keine Kinder mit gesundheitlichen Problemen.

Und jetzt muss ich einmal eine Lanze für uns Kaiserschnitt Mamas brechen:

1/3 der Frauen mit Kaiserschnitt, die ich kenne haben stundenlang gekämpft, um ihr Kind auf normalem Weg zur Welt zu bringen. Am Ende wurden sie für die vielen, vielen Schmerzen nicht einmal entlohnt. Stattdessen: Notkaiserschnitt. Schonmal überlegt, wie furchtbar frustrierend das ist?

DIE Frauen, die einen geplanten Kaiserschnitt hatten, hatten gute Gründe: Sei es, so wie ich, die ich eine sehr seltene Blutgerinnungskrankheit habe, die unter einer „spontanen“ Geburt nicht genug erforscht war oder seien es gesundheitliche Probleme des Babies.

NEIN! Wir alle wurden nicht belohnt. Es tut länger weh, die Narbe schmerzt. Das Stillen beginnt später. Aber feige war keine von uns! Und mit Sicherheit wollte keine von uns ihrem Baby schaden, um ihren Terminkalender ideal füllen zu können. Sollte das nochmal einer behaupten, er kriegt es mit mir zu tun!

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