Bin ich eine Helikoptermami?

 

Illustration-Helikopter-Eltern

 

Neulich an unserer Schule. Der Oberverantwortliche für die Nachmittagsbetreuung lacht schon ironisch, wenn er mich sieht: „Niemand schreibt so viele Emails wie du, Caroline. Valentina kommt dann um…wird abgeholt von..darf derzeit nur glutenfrei essen und am besten auch lactosefrei trinken. Victoria möchte es so und so und ich als Mama hätte es gerne so und so…“

Mir schiesst das Blut in den Kopf. Ist es jetzt soweit? Muss ich tatsächlich einsehen, dass ich eine Helikoptermami bin oder bin ich einfach nur deutsch und die französischen Mütter schreiben keine Emails, sondern lassen ihre Kinder kläglich an ihrer Allergie dahinleiden?

Schnell zu meinem Freund google und das ganze einmal checken. Da steht..

„Eine Helikopter-Mutter (auch Helikopter-Eltern) kreist demnach wie ein Helikopter über dem Kind (um das Kind herum), lässt es keinen Schritt allein machen, kontrolliert es ständig. Die Kinder wachsen  überbehütet auf. Der Begriff wurde in den 90er Jahren von US-amerikanischen Soziologen geprägt.“

Hmm. Also kaum kommen wir nach Hause sind die Kinder oben und spielen und ich räume einsam und alleine auf; das sieht schon mal eher nicht nach Helikopter aus. Die Zimmer sehen aus wie Sau und ich habe auch keine Lust sie aufzuräumen. Morgens lasse ich sie bei „Depose minute“ (Kiss and fly) raus und begleite sie NICHT zum Klassenzimmer. Ich hatte erst EIN Lehrergespräch. Ich verfolge meine Kinder nicht und spioniere ihnen nicht hinterher..

Warum also macht man sich über mich lustig? Ok ich gebe es zu, ich nehme gerne am Schulleben teil und ich quatsche gerne. Aber ist das so schlimm? Werden sich meine Töchter schon bald für mich schämen? Ich gebe mir doch so viel Mühe cool zu bleiben, auf keinen Fall zu deutsch zu sein (Valentina schämt sich ohnehin schon für meinen französischen Accent) und den Lehrern nicht auf den Keks zu gehen.

Wenn ich höre was an deutschen Schulen los ist kann ich ohnehin nur sagen: Bei uns herrscht Helikopterfrieden. Keine Mutter wagt sich am Lycee den Unterrichtsbeginn  zu verzögern, um mal eben mit der Lehrerin die letzte Klassenarbeit zu klären. Noch nie habe ich bemerkt, dass Eltern sich Anwälte genommen haben, um ihre Kinder aus einer schwierigen Situation zu retten ( doch das ist wirklich um die Ecke an einer Hamburger Schule passiert, da geht ohne Anwälte gar nichts mehr.) Die Porsche Cayenne Schlange oder sonstige Jeeps gibt es hier – fast- nicht. Und das Gros der Eltern arbeitet, während kaum 3 Kilometer weiter Mütter ihre Kinder um 16 Uhr abholen, weil die Pediküre nicht rechtzeitig fertiggeworden ist.

Also kurzum ich befinde mich in einer Hubschrauberfreien Zone und werde es nicht zulassen, dass man denkt ich kümmere mich zu sehr um Kinder. Es sind ja schliesslich nur meine Babys und deswegen werde ich sie verteidigen wie ein Tiger, also wie ein Kampfpanzer oder wie ein Känguru – aber das ist ja schliesslich ganz was ANDERES!!!

 

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