wenn die Mama mal krank wird…

Was tut man eigentlich, wenn Mami krank wird?
Und ich meine jetzt nicht ein paar Tage Schnupfen, sondern vier oder mehr Wochen PAUSE.
Ich war so doof, mir im Urlaub den Fuß zu brechen. Zwei Wochen bin ich noch rumgehumpelt und dachte, das wird schon, aber das Röntgenbild nach dem Urlaub sprach eine andere Sprache: Mittelfussbruch!Krücken! Absolute Ruhestellung!
Die Diagnose stürzte mich in eine FAST-DEPRESSION. Wie bitte soll man mit zwei Kleinkindern ruhig bleiben?
An Tag 1 fanden die Kinder das Ganze noch witzig. Valentina (4 Jahre)humpelte solidarisch mit und Victoria (2Jahre) nutzte die Chance zum Dauerkuscheln. Ab Tag 2 häuften sich die Fragen, wann ich denn bitte wieder gesund sei. Meinem Mann stand der Schweiß auf der Stirn, weil er zusätzlich zu seinem 12-Stunden-Jobtag nun noch Kinder anzog, Frühstücksbrote schmierte, Geschirrspülmaschinen ausräumte und meine miese Laune ertragen musste.
Ich sass da und versank in Selbstmitleid. Natürlich ist es das, wovon man eigentlich EWIG träumt. 24 Stunden “Full Service“. Ein Mann, der einem auf dem Sofa das Abendessen serviert, aber leider fühlte es sich beschissen an…
Morgens wenn alle aus dem Haus waren, humpelte ich zum Ess-Schreibtisch und ORGANISIERTE. Wer holt wann, wie Kinder ab. Wo bestelle ich online essen. EDEKA, REWE o.ä.? Welcher Lieferservice ist besser? Wie kann ich den Geburtstag meines Mannes vorbereiten? Wie soll es überhaupt vier Wochen so weitergehen? Können meine Kinder auch mal wieder auf einen Spielplatz oder müssen sie jetzt immer vor mir auf dem Teppich spielen?
Victoria sah man ihr Mini-Trauma deutlich an: Sie blieb IMMER in meiner Nähe, damit nicht noch mal was passiert. Sie schleppt sogar das Töpfchen zum Pipi machen zu mir ans Sofa…Valentina blieb gelassen, verstand aber nicht warum der normale Service (Kakao, Nachmittagssnack etc) ausblieb.

Meine Lieblingsfrage in dieser Zeit: „Mamaaa , Iss jetzt endlich besser? Und jetzt (eine Stunde später) isss jetzt besser????“
Meiner Kinderarzt riet mir Hilfe zu holen. Also rief ich bei der Krankenkasse an. Eine nette Dame erklärte mir, mit zwei Kleinkindern stünde mir Hilfe zu. Dafür müsste ich nun das Formular X an Arzt Y schicken und das Formular Z an uns, aber erst wenn wir IHNEN Schein A geschickt haben und der Arzt uns das Attest B gefaxt hat…“

HÄ?????? Sind die wahnsinnig geworden? Wie soll man das hinkriegen, wenn der Fuß gebrochen ist? Bis die Haushaltshilfe erstmals erschien, vergingen schliesslich zehn (!!!) Tage. Dann kam sie und wurde nach 2 Tagen krank (wahrscheinlich weil die 100 Kilo Bügelwäsche im Keller sie verschreckt hatte). Nachschub gab es keinen, dafür hätte ich ein neues Formular ausfüllen müssen und auch dann wäre nicht klar gewesen, ob und wann jemand frei war. Mein wütendes Fazit: Familie und Babysitter mussten einspringen und ich wurde erfinderisch. Ab Woche 4 rutschte ich auf dem Hosenboden die steile Kellertreppe herunter und bügelte einbeinig die Wäsche. Brauchten die Kinder ihre Fläschchen, brachte ich sie ihnen in Form von Umhängetasche und Krücken und Abendessen gab es als Picknick auf dem Küchenboden. Die Kinder fanden das toll und ich übte meditatives Atmen gegen den inneren Stress einer perfektionistischen Mama.

PS. Insgesamt dauerte diese Phase 12 Wochen. Ab Woche 6 trat ich entgegen aller Heilungs-Ratschläge mit dem Gipsfuss wieder auf und übernahm den Haushalt. Alle waren erleichtert und am allermeisten ich. Dass der Fuss auch heute noch etwas schmerzt, verantworte ich alleine. Wenn in Zukunft so etwas passiert, verlasse ich mich nicht mehr auf die Krankenkasse, sondern nur noch auf Oma, Opa und Tante Steffi. Die haben auch dieses Jahr im Frühjahr übernommen, als ich mit Grippe im Bett lag und kaum noch Piep sagen konnte. Die Kinderhaben mich nicht mal vermisst, so viele tolle Dinge wurden mit ihnen unternommen und ICH? War in 4 Tagen wieder auf den Beinen, fit und glücklich, so viel Hilfe zu haben…

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