Herbstzeit- Pariboy Zeit

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draussen fallen die Blätter von den Bäumen und drinnen husten sich vier kleine und grosse Menschen in den Herbst hinein. Früher einmal war es meine Lieblings-Jahreszeit. Heute bekomme ich Panikattacken weil ich weiss, ab jetzt sind wir Dauergast bei unserem Kinderarzt (seine Telefonnummer ist eine der wenigen, die ich auswendig kann).

Als alle um uns herum noch die warmen Temperaturen genossen, bekam Valentina Fieber. Dem Fieber folgte ein Husten. Dem Husten ein lästiger Schnupfen. Dem Schnupfen folgte die kleine Schwester, die – laut Kinderarzt – den selben Virus hatte, allerdings in einer ganz anderen Ausprägung: Mit Gelenkschmerzen, hohem Fieber und Magen-Darm-Infekt. Dem Husten-Schnupfen-Gelenk-Magen-Darm folgte mein armer Mann und schließlich ich. Jeder gab sich Mühe, besonders krank zu sein. Sehr schlimm zu husten, sehr zu fiebern, ausgiebig zu spucken und SEHR WENIG zu schlafen.

Um es kurz zu machen, wir sind so geschwächt, als wenn der Winter schon rum wäre.

Natürlich sind wir bemüht, unsere Kinder vor allem zu bewahren. Nur wie? Unser Kinderarzt schlägt allen Ernstes TOTALE Isolation vor. Unvorstellbar. Anders als unsere Mütter, die in den siebziger Jahren schön brav zu Hause geblieben sind, wollen wir Mamis von heute raus, wir wollen arbeiten oder einfach nur andere Erwachsene sehen (ohne gleich zur Latte Macchiato Mama zu werden). Aber die Kitas sind von September bis April Viren-Schleudern, nirgendwo sonst trifft man so viele Kinder auf einen Haufen mit ekligen Rotznasen.

Der Verzweiflungsgrad bei uns zu Hause ist hoch. Wenn ständig jemand weint, Fieber hat und leidet, dann kommt man ins Nachdenken. Doch just in diesem Augenblick fiel mir ein Artikel der FAZ in die Hände, mit dem Titel: „Keine Panik, das gibt sich“. Zusammengefasst: Ob ihr Kind im ersten Jahr krank wird oder erst mit 4 oder 5 ist eigentlich egal. Treffen tut es JEDEN. Und: ein gesundes Immunsystem kann sich überhaupt nur durch wiederholende Infekte ausbilden und davon sind 12 im Winterhalbjahr NORMAL.

NORMAL wäre auch ein Seelsorger für erschöpfte Mamis. Früh morgens gegen 3 (besonders beliebte Zeit bei Schmerzattacken aller Art) hacke ich Zwiebeln klein und stopfe sie in Kindersocken. Die Zwiebelsäckchen werden mit Hilfe von Haarbändern auf die Kinderohren gepresst und sollen so die nahende Mittelohrentzündung verhindern. Natürlich klappt das nur unter grossem Geschrei von Seiten der Kinder und anhaltendem Protest meines Mannes der den Geruch von Zwiebeln einfach nicht erträgt. In den Schlafzimmer hängen auf den Heizungen feuchte Handtücher und der eigens bei Amazon bestellte Luftbefeuchter dampft zusätzlich vor sich hin. Ach ja und homöopathische Globuli (Kügelchen) – überall Globuli: Für Kinder die Schmerzen mehr links empfinden und viel jammern und Kinder deren Wange eher rechts rot wird und keine Zugluft ertragen. (man merkt es schon, nach Jahren erfolgloser Versuche komme ich so langsam von der Homöopathie ab) . Ob es was bringt? Schwer zu sagen. Am Ende dauert das Ganze fast immer so lange wie eine Erkältung eben dauert. 8 bis 10 Tage. Und wenn ich denke ich kann nicht mehr, werfe ich einen Blick auf den Kalender und weiss. Spätestens im März ist es vorbei.

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