Mütter haben ein Recht auf schlechte Laune..

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Wer hat eigentlich denn Satz „ Wenn meine Kinder glücklich sind bin ich es auch “geprägt? Im Grunde finde ich müsste er genau andersherum lauten, denn mit MEINER Stimmung steht und fällt unser Laune-Barometer zu Hause.
Stehe ich morgens auf und bin müde, genervt und aggressiv, dann sind es meine Kinder (Valentina 2, Victoria 6 Monate) in kürzester Zeit auch. Aber wer hat eigentlich gesagt, dass eine Mutter immer gut drauf sein muss?
Seit der Geburt von Valentina fühle ich mich ständig dazu gedrängt zu sagen, WIE glücklich wir sind. Sagt man einmal die Wahrheit: Ja, wir sind glücklich, aber auch müde, isoliert etc., dann bricht sofort ein Sturm der Entrüstung los: Ihr wolltet das doch, habt euch nichts sehnlicher gewünscht, ihr habt zwei gesunde Kinder, da gibt‘s nichts zu jammern und so weiter und so fort.
Natürlich haben all diese Kritiker recht aber niemand hat ein Rezept gegen meine Schlechte-Laune-Tag.

Nur mal so als Beispiel für einen SLT (Schlechte-Laune-Tag): Heute Nacht gegen 22.45 Uhr (ja, da schlafe ich inzwischen schon lange) wacht mein krankes Baby auf. Baby hatte pünktlich zur Taufe am Sonntag hohes Fieber bekommen und inzwischen die halbe Verwandtschaft angesteckt. Heute Nacht gegen, sagen wir, 22.47 Uhr – zwei Minuten nachdem sie mich noch freundlich angelächelt hat – spuckt mich meine Kleinste in hohem Bogen voll. Aha! Nun also Magen-Darm.
Mama versucht ruhig zu bleiben. Zieht Baby um, zieht sich um, deckt Laken mit Handtüchern ab und beschließt nun, vielleicht doch weiter zu schlafen. Baby allerdings hat das Spucken und umziehen mit AUFSTEHEN verwechselt und will nun spielen. Jedes Mal, wenn ich sie versuche im Dunkeln in den Schlaf zu wiegen, schreit sie wie am Spieß. Viele Stunden später hole ich meinen Mann – geparkt auf dem Schlafsofa im Babyzimmer (dort, wo Baby heute NICHT schläft) zur Hilfe. ER, ganz Gentleman, sagt: Schlaf, meine Süße, nun bin ich dran und bietet mir das Sofa an. Zehn Minuten später ruft es aus dem Zimmer der Größeren: Mamaaaaaaaaaaaaaa….! Ich gehe rüber, binde Teddys Schleife neu, fülle eine Flasche Wasser auf. Wenig später erneut: Mamaaaaaaaa! Valentina ist aufgeregt. Weil Baby im Schlafzimmer bei Papa weint, beschließt sie, das kann SIE AUCH!
Also lege ich mich schließlich neben sie. In ihr 1,40 Meter langes Bett. 38 Zentimeter Füße und Schienbeine einer müden Mama ragen irgendwo in der Kälte nach draußen. Und da liegen sie auch noch um sechs, als Valentina die Nacht für beendet erklärt.
Jedes Mal, wenn ich mich endlich aufs Sofa zurück flüchten wollte, schrie sie los und ich war zu müde für Erziehungsversuche.
Dank Valentinas Geschrei ist nun auch Baby wach. Ich nehme Victoria aus ihrem Bett, gebe ihr etwas zu trinken und lasse Papa schlafen. Schließlich hat er mir ja die Nacht abgenommen. Wenig später werde ich wieder von ihr vollgespuckt. Baby weint und ist unglücklich. Valentina weint und ist auch unglücklich (sie würde gerne das „Kikaninchen” gucken).
Papa erscheint gegen 7:30 Uhr auf der Bildfläche und wundert sich: Warum nur ist seine Frau permanent so schlecht gelaunt???
Und das obwohl er ihr auch noch das Schlafsofa überlassen hat? Warum ist sie nass? Warum liegen volle Windeln auf dem Boden? Warum frühstücken wir nicht?

Für Antworten bin ich zu müde. Mein Fazit: durch solche Tage muss man durch. Idealerweise trifft man während eines SLT möglichst wenige Menschen und lobt den Partner für seine Hilfe, auch wenn es dadurch nur minimal besser geworden ist. Schokolade und Cafe sind gute Dopingmittel und am Ende hüpfe ich so früh es geht ins Bett und vertraue darauf, dass der nächste Tag besser wird.

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