Schlaf, Schlaf ich träume von Schlaf…

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Am Wochenende waren wir mit Valentina auf dem Ponyhof. Während wir noch einparkten schrie mein Mann geschockt: Caroline, da liegt eine Frau im Auto und bewegt sich nicht! Ich stieg aus, um die Situation genauer unter die Lupe zu nehmen und die Wahrheit war…Im Auto sass oder besser schlief eine Frau den Schlaf, den sie zu Hause ganz offensichtlich nicht bekommen hatte. Hinten im Auto klemmten 2 verwaiste, einsame Kindersitze. Ihren Mann hatte sie wahrscheinlich mit den Kindern zum Ponyreiten geschickt. Boris war entsetzt, ich dagegen spielte mit dem berauschenden Gedanken es ihr direkt nachzumachen. Da sass eine wie ich! Jederzeit bereit in eine Art Kurz-Koma zu fallen. Ich war glücklich nicht alleine zu sein.

8,22 Stunden Schlaf machen uns zu zufriedenen, ausgeglichenen Menschen. Soweit die Meinung der Schlafforscher. Doch wie sieht das bei jungen Müttern aus? Was macht ein 2+3+1 Stunden- Schlaf aus einem menschlichen Wesen? Die Antwort ist, wir entwickeln uns zu schlecht gelaunten, stellenweise hirnlosen Lebewesen, die zwar die nötigsten Aufgaben erledigen können, zu mehr aber auch nicht mehr in der Lage sind. Vom Menschsein weit entfernt. Vom Frausein ungefähr so weit, wie die Erde vom Mars.

Warum ich nach fast einem Jahr mit Valentina jetzt wieder damit anfange? Ganz einfach, in meinem Bauch wächst Baby Nummer 2 heran und stört schon jetzt meine Nächte. Ich wandere herum, weil es strampelt und sich dreht und mich darauf vorbereitet, was DANACH kommt.

Ich weiß noch, wie verzweifelt ich war, als mir die ersten Mit-Gebärenden erzählten ihre Kinder schliefen durch. Es fühlte sich an wie ein Affront. Seht her, ALLE wissen wie es geht, nur unser Kind nicht! Ich las Bücher dazu, versuchte zu googlen, was wir falsch machen. Doch die einzige Antwort, die ich im Internet fand und zu der mir auch mein Kinderarzt riet war: Lassen sie ihr Kind schreien, nehmen sie es NICHT aus seinem Bett und gehen sie immer wieder mit beruhigenden Worten aus dem Zimmer.

Für meinen Mann und mich klang das wie die Anleitung zu einem knallharten Folter-Handbuch (obwohl wir mit diesem NEIN zum Beststeller „Jedes Kind kann schlafen lernen“ ziemlich allein dastanden).

Am Ende hat Valentina ein gutes Jahr gebraucht. All die Tips änderten nichts daran, dass ein Kind so ist, wie es ist. In Valentinas Fall hieß das schwieriges Zahnen und viele nächtliche Tränen.
Unser neues Baby wird hoffentlich von unseren Erfahrungen profitieren. Anders als bei Valentina haben wir uns vorgenommen, die Kleine mindestens sechs Monate bei uns im Zimmer zu lassen. Das macht meine nächtlichen Wege kürzer und das Kind hat seine Eltern immer in der Nähe. Ein „Baby Bay Bett“ wurde angeschafft. Das heißt: Nummer zwei wird direkt neben mir liegen und ich muss mich nachts nur zu ihr drehen, um sie zu stillen. Wir werden nun einfach mal unserem Instinkt vertrauen. Und „Jedes Kind kann schlafen lernen“ bleibt im Regal…
Mein Lieblingstip an der Stelle ist der eines befreundeten Seelendoktors: Entspann dich Caroline, dann entspannt sich auch das Kind! An dem Abend, als er mir das sagte wünschte ich ihm 4 Jahre OHNE Schlaf an den Hals. Mal sehen, wie er sich dann fühlt, noch ist er kinderlos.

 

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